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Pluto – Phönix aus der Asche

Pluto – Phönix aus der Asche

Pluto verkörpert in der Astrologie die geistige Vorstellung vom Leben. Eine Bild, wie etwas sein soll, wird zum Leitbild erhoben. Diese Vorstellung beinhaltet auch gleich eine Wertung, denn alles das, was diesem Bild entspricht ist wertvoll und erstrebenswert. Gleichzeitig wird alles das, was diesem Bild nicht entspricht als wertlos, im schlimmsten Fall sogar als schädlich bekämpft oder auch abgespalten.

Idealbilder begegnen uns jeden Tag.

Beispielsweise sollte die ideale Frau 1,75 m groß sein, maximal 56 kg wiegen, blond sein, wohl proportioniert und niemals älter aussehen als 30 Jahre. Die Medien, besonders Instagram und Co, die voll sind mit (bearbeiteten) Bildern dieser Frauen, wollen uns glauben machen, dass es tatsächlich reale Menschen gibt, die so aussehen.

Wer diesem Ideal nicht entspricht, versucht es mit allen Mitteln zu erreichen. Der gesunde Menschenverstand sagt uns natürlich, dass das kompletter Unsinn ist, da keine Frau dieses Ideal erreichen kann, zumindest nicht die, die älter als 30 Jahre werden. Auch unterscheidet sich das, was wir tagtäglich auf der Straße sehen, extrem von dem, was uns beispielsweise Instagram als Realität verkauft. Die Manipulation unserer eigenen Vorstellungen durch diese Bilder erfolgt kaum merklich, da sie unser Unterbewusstsein ansprechen und mit simpel klingenden Botschaften eine Wahrheit unterstellen, die in Wirklichkeit nicht da ist. 

Dennoch versuchen die meisten Frauen diesem Bild gerecht zu werden, oft unter großen Schmerzen. Sie ruinieren ihre Füße in High Heels, betreiben Sport bis zur Erschöpfung und kontrollieren ständig ihr Gewicht, hungern oder disziplinieren sich ständig mit neuen Ernährungskonzepten, auch sowas Plutonisches. Letztendlich hassen sie ihren Körper und sich selbst, da sie dem Idealbild nicht entsprechen.

Hier ist die Wirkung Plutos noch einfach zu durchschauen. Wie ist es jedoch mit der Vorstellung, dass nur das wertvoll und richtig ist, das wissenschaftlich nachvollziehbar ist (Pluto in der Jungfrau)? Oder nur das verwirklicht werden sollte, was ökonomisch sinnvoll ist? Also in dem Sinne, nur das wertvoll ist, was viel Geld bringt? Egal womit?

Welche Ideale erhebt unsere Gesellschaft zum Leitbild? Oder ist es sogar das Leitbild, das jede Vorstellung möglich sein kann und das gleichzeitig, immer und überall, egal wie absurd es auch sein mag? (Uranus/Pluto)

Wozu brauchen wir eigentlich plutonische Prozesse, wenn er nur Schmerz bringt und uns in dunkelste Abgründe stürzt?

Stellt Euch vor, dass der Baum seine Blätter im Herbst nicht abwirft. Was soll dann im Frühjahr neu knospen und wachsen? Wo ist der Humus, den die Erde braucht, um fruchtbar zu sein, um Nährstoffe für neues Wachstum zu haben?

Damit neues Leben möglich wird, muss Altes sterben. Pluto ist der Herrscher über das Zeichen Skorpion. Im Skorpion findet Leben ein Ende, damit auf dem Boden des Alten, aus der Dunkelheit Hoffnung auf neues Leben entstehen kann (Schütze) und die Erkenntnis wachsen darf, dass es ein sowohl als auch gibt. Denn im Skorpion herrschte noch das Absolute, die Position entweder oder, die sich im Schützen weiterentwickelt.

Ein bisschen schwanger oder ein bisschen tot gibt es nicht. Pluto steht daher für die Polarität des Lebens und für die geistige Vorstellung von gut oder böse. Das Leben wird damit in Bereiche eingeteilt, die als wertvoll und erstrebenswert anzusehen sind. Demgegenüber gibt es die Themen oder Personen, die als fehlerhaft und als zu beseitigen angesehen werden.

Eine plutonische Epoche unserer Geschichte zeigte sich im Nationalsozialismus, wo eine angebliche Rassenreinheit zum obersten Ziel erklärt wurde. Dieses plutonische Leitbild musste letztendlich sterben, da es mit der Realität und dem Leben unvereinbar war. Die Grausamkeit, mit der dieses Leitbild durchgesetzt und verteidigt wurde, wird ebenfalls Pluto zugeordnet, da er für seine Vorstellungen notfalls auch über Leichen geht.

Heute sehen wir Plutos Gesicht auch im Erstarken fundamentalistischer, religiöser Ideen, in Extrempositionen in Wissenschaft und Staat und der gewalttätigen Durchsetzung dieser Ideale.

Wieso sind Pluto Krisen für den einzelnen Menschen so schmerzhaft? Stress entsteht dann, wenn zwischen der Vorstellung von dem, wie etwas sein soll und dem, wie es tatsächlich in Wirklichkeit ist, eine große Lücke klafft. Problematisch und schmerzhaft wird es, wenn am Alten, Überlebten festgehalten wird. Das ist, als ob man "tote Pferde reiten möchte".

Pluto-Krisen können aufzeigen, wo überlebte Vorstellungsbilder existieren und gewandelt werden müssen, damit das System lebensfähig bleibt.

Altes, Überlebtes muss entsorgt werden, da das Leben sonst erstickt und die Geburt des Neuen im Stier verhindert wird.

Bild: Pixabay

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