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Pluto – Uranus: Der Bruch mit Vorstellungen und Dogmen

Pluto – Uranus: Der Bruch mit Vorstellungen und Dogmen

Das Pluto/Uranus Quadrat wird am 17.03.2015 zum vorletzten Mal exakt. Diese Konstellation birgt viel Sprengstoff in sich, wie an den weltweit aufbrechenden Konflikten sichtbar wird. Was macht diese Mischung so explosiv?
Pluto steht für geistige Vorstellungen. Die Wirklichkeit wird in eine Form gepresst. Eine Ideologie definiert die Wirklichkeit und bestimmt, wie sie sein sollte. Was diesem Bild nicht entspricht, wird als wertlos bewertet und abgelehnt. Die geistige Vorstellung dient einem Ziel, das unbedingt erfüllt werden muss. Notfalls sind plutonische Menschen auch bereit, sich selbst oder andere zu opfern, um die Zielvorgaben zu erfüllen.

Das Pluto/Uranus Quadrat von 1933

Magda Goebbels ist ein Beispiel für ein Pluto/Uranus Quadrat im persönlichen Horoskop und wie es sich innerhalb der nationalsozialistischen Ideologie zeigte. Sie tötete ihre sechs Kinder im Führerbunker, nachdem die drohende Niederlage des Deutschen Reiches nicht mehr abzuwenden war. In einem Brief an ihren Sohn aus erster Ehe schrieb sie: "Die Welt, die nach dem Führer und dem Nationalsozialismus kommt, ist nicht mehr wert darin zu leben und deshalb habe ich auch die Kinder hierher mitgenommen. Sie sind zu schade für das nach uns kommende Leben und ein gnädiger Gott wird mich verstehen, wenn ich selbst ihnen die Erlösung geben werde" (Quelle: Wikipedia).

Magda Goebbels plutonische Seite überwog sehr wahrscheinlich, vermutlich aufgrund ihrer Mond/Sonne Konjunktion im Skorpion. Diese grausame und unmenschliche Seite Plutos tritt hervor, wenn das geistige Bild nicht mehr der Wirklichkeit angepasst werden kann.

Die plutonische Wandlung wird verweigert und die Idee wird zwanghaft beibehalten. Hier kommt Uranus ins Spiel. 1933 zur Machtergreifung der Nationalsozialisten stand Uranus wie heute auch im Zeichen Widder und ebenfalls im Quadrat zu Pluto, der damals im Zeichen Krebs stand. Im Krebs wurde das Mütterliche ideologisch überhöht. Auch wurde das Bild eines treuen Volkes gefordert, das sich gegen äußere Feinde zur Wehr setzen sollte. Ein Gemeinschaftsgefühl wurde propagiert und öffentlich dargestellt.

Heute steht Pluto im Gegenzeichen Steinbock, es geht diesmal um den Wandel von Regierungen, der Gesetze und gesellschaftlicher Maßstäbe. Das äußere Erscheinungsbild und der Wert öffentlicher Institutionen werden infrage gestellt. Denn Uranus bricht auf, was zu starr geworden ist. Er läutet die Weiterentwicklung eines Kollektivs ein, indem er Reformen erzwingt. Im Widder bringt Uranus eine gewaltige Energie mit sich, sodass verkrustete Strukturen notfalls mit Gewalt zerbrochen werden sollen.


Die Konstellation Pluto/Uranus im persönlichen Horoskop

Was bedeutet die aktuelle spannungsgeladene Stimmung für Menschen, die den Aspekt Pluto/Uranus im persönlichen Horoskop haben?

Viele Menschen der Generation der 1962 - 1968 Geborenen haben eine Pluto/Uranus Konjunktion in der Jungfrau.

Beispiele für weitere dominante Pluto/Uranus Konstellationen:

  • Pluto im 11. Haus
  • Uranus im 8. Haus
  • Skorpion als Herrscher des 11. Hauses
  • Wassermann als Herrscher des 8. Hauses
  • Herrscher v. 8 in 11
  • Herrscher v. 11 in 8
  • Konjunktion der Herrscher v. 8 und 11
  • Pluto/Uranus Konjunktion
  • Uranus im Skorpion (Generation der 1974-1981 Geborenen)
  • Pluto im Wassermann (ab 2023)
  • etc.

Pluto/Uranus im persönlichen Horoskop gehört zu den schwierigen Aspekten. Wenn Pluto in einem Haus steht, befindet sich dort in der Regel eine Art "blinder Fleck". Das Thema des Hauses ist einer geistigen Vorstellung, einem Konzept unterworfen. Die Art der Vorstellung wird vom sozialen Umfeld geprägt, meist handelt es sich um familiäre Wertvorstellungen. Uranus steht dort, wo sich der Geborene von starren Gesetzen und Normen befreien soll und eine eigene Identität entwickeln soll. Uranus ist es dabei im Idealfall auch gleich, wenn die anderen eine andere Einstellung zu den Dingen haben. Als freiheitsliebendes Zeichen räumt er allen die gleichen Rechte ein.

Praktisches Beispiel für ein Pluto/Uranus Geschehen

Eine Familie, die seit mehreren Generationen ein Fleischereifachgeschäft führt, wird vegetarisch lebenden Menschen eher skeptisch gegenüberstehen. Schwierig wird es, wenn ein Mitglied der Familie beschließt, Vegetarier zu werden, da es Fleisch einfach nicht mag. Die Person, die als Vegetarier leben möchte, wird nun womöglich wegen ihrer Andersartigkeit ausgeschlossen. Der Familienverband versucht, das Familienmitglied mithilfe von Manipulation oder Druck wieder auf den "rechten Weg" zu bringen.

Das "untreue" Familienmitglied stellt damit den Uranus dar, der das Familiengefüge zum Wanken bringt. Die Chance dieses Vorganges liegt in der Weiterentwicklung des Systems. Die Familie akzeptiert, dass Vegetarier eine Daseinsberechtigung haben und eine fleischarme Ernährung durchaus auch gesundheitliche Vorteile bringen kann. Denkbar wäre, das Sortiment im Geschäft um fleischlose Alternativen zu ergänzen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Wie geht es weiter?

Was ich hier als relativ problemlos beschrieben habe, läuft in der Praxis selten so ab. Wahrscheinlicher sind starke Konflikte und Machtkämpfe. Es gehört zu den schwierigsten und schmerzhaftesten Aufgaben, sich aus plutonischen Verstrickungen zu lösen. Ängste und Schuldgefühle bringen die Geborenen häufig dazu, in altbekannten Mustern zu verbleiben. Kommen beide Themen Uranus und Pluto zusammen, knallt es nicht selten.

Pluto verweigert sich der Erneuerung und Uranus fährt immer stärkere Geschütze auf, bis es endlich zur notwendigen Veränderung kommt. Diese Prozesse sind wahrscheinlich eher schmerzhafte Erfahrungen, die mit großem Druck und starker Spannung verbunden sind. Die aktuelle Zeitqualität stellt uns alle vor große Herausforderungen. Zu verführerisch klingen die Botschaften der modernen Rattenfänger. Allen ist eins gemeinsam, jede Gruppierung glaubt, die einzige Wahrheit (Pluto) zu verbreiten.

Damit bekämpfen sie alles, was nicht zu ihnen gehört und damit fremd ist. Die Wurzel ist in den meisten Fällen Angst vor Veränderung und Hass auf alles Fremdartige. Eine Mischung, aus der in den seltensten Fällen etwas Gutes entsteht.

Bild: Quelle: Oliver Spalt, Wikimedia commons

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